Gypsy, siehst Du die Schafe ?
18. April 2012 - ein denkwürdiger Tag für Gypsy

Gypsy, do you see sheep ? Gypsy's first sheep herding

Endlich hat es geklappt. Wir fahren zu meiner Freundin Nicole und Gypsy darf ihre 21 Schafe hüten. Besser gesagt: er darf versuchen, sie zu hüten. Das trifft es wohl eher. Auf der Weide angekommen, öffne ich das Autofenster, damit Gypsy schon mal sieht, wie Nicole's erfahrener 11 Jahre alter Merlin (Mitch's Freund aus jungen Jahren) die Schafe in einen eingezäunten Zirkel treibt. Und auf einmal steht Gypsy neben mir. Der kleine Satansbraten ist einfach aus dem Autofenster gesprungen. Was soll ich dazu sagen.

     Guck mal Frauchen, Schafe !

 

Zuerst darf Gypsy den Zirkel von außen umkreisen. Das ist kein Problem für ihn, dass kennt er ja vom Longieren. Nur, dass macht viel mehr Spass. Da bewegen sich ja gleich ein paar Schafe innerhalb des Zaunes. Nachdem Gypsy sich ein bisschen ausgetobt hat, darf er in den Zirkel. Aber natürlich erst mal an der Leine und das war auch gut so. Nicole lief vor ihren Schafen her, die ihr bereitwillig folgten (nichts wie weg von dem Hund hinter mir !). Und Gypsy zog mich an der Leine hinter ihm her. Frauchen, schnell zu den Schafen. Ich war überrascht, dass er so gar keine Angst vor den vielen großen Schafen hatte. Nachdem er nicht mehr ganz so hektisch war, machten wir eine Pause und Gypsy durfte sich ausruhen (die Schafe auch) und über seine Arbeit nachdenken. Und ich konnte meine Schultern lockern !

Ich fordere Gypsy auf,
die Herde zu umkreisen.

Noch versteht er das nicht so richtig.

Beim zweiten Durchgang blieb er erst mal an der Leine. Nachdem er ruhiger wurde, sollte ich die Leine entfernen. Ooohhh, Nicole war da mutiger als ich. Aber sie kann die Hunde ja gut einschätzen. Also Leine ab und ich lief dann vor die Schafe. Denn Gypsy sollte mir ja die Schafe zutreiben.  Das ist gar nicht so einfach. Aber bei Gypsy machte es irgendwann "click" und  die anschließende Pause fand er doof. Er versuchte erst mal, ein Loch in den Zaun zu beißen, damit er zu den Schafen hinein kann. Ich musste ihn zu mir holen, damit er sich ausruht.

   

Dann durfte Gypsy wieder in den Zirkel. Und so langsam fing Gypsy an nachzudenken und ab und an versuchte er sogar, die 12.00 Uhr-Position zu finden. So haben wir wieder eine Pause gemacht und......

 

......haben Mitch geholt. Ok, Mitch fand es jetzt eher nicht erstrebenswert, Schafe zu treiben. Man kann ja ein bisschen drum herum hüpfen und bellen. Und als braver Obedience-Hund schauen wir doch eher nach Frauchen. Mitch hat definitiv keinen Hütetrieb. Aber ich fand es schon schön, dass er keine große Angst hatte. Er rannte ja auch immer um den Zirkel während ich mit Gypsy arbeitete.

Tu Du mir nichts, ich tue Dir auch nicht !

Frauchen, was willst Du nur von mir ? 

Tja, und was machte Gypsy, als ich versuchte, mit Mitch zu arbeiten ? Erst versuchte er wieder, den Zaun durchzubeißen. Bis ihm einfiel, dass man ja auch über den Zaun springen kann. Und schwuppdiwupp war Gypsy im Zirkel bei den Schafen, um Mitch zu zeigen, wie es richtig geht. So ein kleiner schwarzer Teufel.

 

Nach einer Pause haben wir noch eine Runde mit Gypsy gearbeitet. Aber die Schafe wollten nicht mehr so laufen und haben auf mich nicht gehört. Und natürlich auch noch nicht auf Gypsy. Schafe testen schon aus und stellen schnell fest, der Hund hat ja noch gar keine Ahnung, was er da tut, also laufen wir auch nicht mehr für ihn. Schafe sind nämlich ganz schön clever. Eigentlich arbeitet Gypsy ja nur mit mir. Aber ich habe Nicole gebeten, mit Gypsy zu arbeiten, da die Schafe natürlich auf sie hören. Und siehe da, Gypsy hat mit Nicole gearbeitet. Hauptsache Schafe hüten. Im Obedience würde er das nie tun.

 

 

Als ich abends nach Hause gefahren bin, hatte ich zwei schlafende Hunde im Auto und zumindestens ein Hund hatte mit Sicherheit einen glücklichen Traum von einer bunten Schafherde.